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Perlenschmuck, handgeknüpfter Designschmuck.

                             Perlen Lexikon - Eine kleine Perlenkunde

Ein kleiner, geschichtlicher Abriß:

Perlen haben die Menschen schon immer fasziniert – von der Steinzeit bis heute. Tausende von Jahren ist es her, dass Menschen Perlen in Muscheln gefunden haben. Diese besonderen Funde hatten früher eine große Bedeutung in religiöser und in mystischer Hinsicht. Im Mittelalter trugen Ritter sie zum Schutz vor Feinden.
Später waren Perlen in den Königshäusern der Renaissance ein Symbol für Macht und Reichtum. Dem einfachen Volk war es verboten, Perlen zu tragen.
Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus kamen Perlen aus den nordamerikanischen Gewässern nach Europa. Der kostbare Schmuck war so gefragt, dass die großen Vorkommen nach radikaler Ausbeutung schnell abgeerntet waren.
Erst nach 1921 fielen die Privilegien: Der Japaner Kokichi Mikimoto brachte nach jahrelanger Forschung mit seinen Mitarbeitern die erste Zuchtperle auf den Markt. Damit war der Weg frei für die Perlenproduktion. Salzwasser- und Süßwasserperlen gibt es heute in einer Angebotsvielfalt, dass sich jeder Liebhaber ein Schmuckstück leisten kann – entsprechend seinen finanziellen Möglichkeiten.


Perlenbewertung nach GIA (Gemological Institute of America)
 
AAA    perfekt rund, excellenter Lüster, Schichtdicke mindestens 0,7 mm, 95 % frei von Wachstumsmerkmalen, Perlzusammensetzung   
           hervorragend.
AA+     perfekt rund, excellenter Lüster, Schichtdicke mindestens 0,5 mm, 90 % frei von Wachstumsmerkmalen, hervorragende Zusammensetzung.
AA       fast rund, sehr guter Lüster, Schichtdicke, mind. 0,35 mm, 80 % frei von Wachstumsmerkmalen.
A+       unrund bis fast rund, guter Lüster, Schichtdicke mindestens 0,2 mm, 70 % frei von Wachtumsmerkmalen, Perlzusammensetzung gut.
A         unrund bis fast rund, wenig bis guter Lüster, weniger als 0,2 mm Schichtdicke, 60% frei von Wachstumsmerkmalen, gute 
            Zusammensetzung.

Echte Perlen

Nur die echten Perlen entstehen vollkommen natürlich in der Perlmuschel und ohne jedes Zutun von Menschenhand. Das Muscheltier umgibt einen zufällig eingedrungenen Fremdkörper mit Perlsubstanz. Je mehr Schichten aufeinander gefügt werden, um so größer wird die Perle. Da echte Perlen ein reines Naturprodukt sind, werden schöne Exemplare zu fast unerschwinglichen Preisen gehandelt.

Zuchtperlen

Diese Perlen bestehen aus einer Perlmuttkugel, die der Perlmuschel durch Menschenhand eingegeben wird. Die Perlmuschel überzieht den Perlmuttkern mit einer echten Perlsubstanz. Die Qualität des Überzuges entspricht der einer echten Perle. Die Züchtung ist schwierig und mühsam. Die Entstehung einer Zuchtperle dauert 3 bis 7 Jahre.
Bewertung: die Bewertung von echten und Zuchtperlen erfolgt nach Größe, gleichmäßiger Rundung und Lüster. Dem Wert nach gestaffelt, die Lüstertöne: weiß – rosè, rosè, grün creme, gelb Fehlfarben (bis orange hinein) Hinzu kommt noch grau und schwarz. Graue und schwarze Perlen sind eine ausgesprochene Rarität. Die meisten auf dem Markt befindlichen schwarzen Perlen sind gefärbt.

Akoyaperlen

Akoyaperlen werden in klassisch runder Form in Japan in  2-schaligen Muscheln gezüchtet (jap.: Akoya = Muscheln).
Farben: weiß, rosè, creme, gold, grau, grün.
Es handelt sich um die Züchtung von Seewasserzuchtperlen. Die hierfür verwendete Muschel stammt aus der Familie Pteriidae, der Gattung Pinctada, der Art fucata und der Unterart martensii und trägt somit den wissenschaftlichen Namen"Pinctada fucata martensii" Im Sprachgebrauch wird sie einfach "Akoyamuschel" genannt. (In einem Buch von Dr. Shohei Shirai, "Perlen und Perlenaustern der Welt", veröffentlicht 1994, wird die Akoyamuschel Pinctada imbricata genannt, welche die Arten Pinctada fucata, Pictada vulgaris und Pinctada radiata, sowie die Unterart martensii als artverwandt einschließt. Sie ist nicht nur in Japan, Korea und China heimisch, sondern in ganz Asien, im indisch-pazifischen Gebiet, im Roten Meer, im Persischen Golf, im Mittelmeer und in der Karibischen See.

Biwaperlen 

Die Biwaperle hat ihren Namen von einem See in Westjapan. Der Biwasee. Dort werden seit 1928 Süßwasserperlen gezüchtet. Mit Beginn der 1970er bis zur Mitte der 80er Jahre fand eine Produktion mit ziemlich großem Handelswert statt. Während dieser Periode beherrschte die Süßwasserperlenproduktion vom Biwasee die Weltproduktion, und der Name "Biwa-Perle" wurde irrtümlicherweise gleichbedeutend mit Süßwasserzuchtperle, auch für jene, die nicht aus dem Biwasee kamen. Seltene und schöne Exemplare werden heute gern gekauft.

Keshiperlen

Keshiperlen bilden sich, wenn die Auster das Implantat abstößt, bevor der Wachstumsprozess abgeschlossen ist, oder wenn das Mantelgewebe aufbricht und mehrere Perlensäckchen ohne Kern bildet. Diese Perlensäckchen produzieren dann kernlose Perlen. Da es bei der Bildung von Keshi-Perlen keinen Kern gab, der die gewünschte Form beeinflusste, sind sie in unterschiedlichsten Formen zu finden, sie können sich im Salz- oder im Süßwasser bilden.
Sie sind gewöhnlich eher klein. Der Durchmesser von Keshi - Perlen beträgt meist 2-4mm bei Akoya Austern, bei Tahiti- und Südsee Austern kann die Größe bis 12 mm betragen. Ihre Länge kann über 20 mm erreichen, dabei entstehen die unterschiedlichsten Formen. (barock-, ei- oder tropfenförmig)
Keshi - Perlen gibt es in vielen Farben, oft sind sie stark glänzend, manchmal sogar mit dem seltenen Orient Schimmer versehen. Dies ist möglich, weil sie ganz natürlichem Perlmutt bestehen.
Da der implantierte Kern der Perle von der Muschel abgestoßen wurde, besteht die Keshi - Perle zu 100% aus Perlmutt. Daraus ergibt sich die besonders strahlende und schimmernde Oberflächenqualität. Die meisten Keshi Perlen besitzen tatsächlich einen höheren Glanz, als die schönsten Zuchtperlen. Die Tatsache, dass die Keshiperle ganz aus Perlmutt besteht, erlaubt dennoch nicht, sie als Naturperle zu klassifizieren. Das liegt daran, dass die Keshi Perle ein Zufallsprodukt ist und nicht durch natürliches Wachstum entstanden ist. Durch den Siegeszug der runden Zuchtperlen zu Beginn der 90er Jahre, hat die große Nachfrage nach den Keshi Perlen nachgelassen. Sie waren in den 80er Jahren sehr beliebt. Aus ihnen wurden oft mehrreihige Perlencolliers oder Armbänder hergestellt.  Heute sind besonders Tahiti- und Südsee Keshis zur Herstellung individueller Designerstücke sehr beliebt. Die Farben entsprechen denen der Zuchtperlen mit Kern aus dem jeweiligen Fundgebiet. Ein ausgeprägter Lüster ist charakteristisch für Keshi-Perlen.

Süßwasserzuchtperlen


Von Zuchtperlen wird gesprochen, wenn eine Auster oder Muschel bekernt, gepflegt und geerntet wird, um eine Zuchtperle zu erhalten. Süßwasserperlen werden überwiegend in China gezüchtet. Bei diesen Zuchtperlen wird statt eines festen Kerns ein Gewebeteilchen aus einer anderen Muschel eingesetzt und dann mit Perlmutt ummantelt. Als bekanntes Beispiel sind die Perlen von MAN SANG.

Südsee-Muschelkernperlen

Diese Perlen werden aus der Innenschale der Auster "Pinctada Maxima" gewonnen, die in den warmen Regionen der Südsee zu Hause ist. Eine kostbare Perlensorte mit breitem Farbspektrum von weiß, apricot, grau bis tahitifarben.

Unechte Perlen

Bei unechten Perlen handelt es sich entweder aus Glas-, Plastik- oder seltener aus Perlmuttkugeln gefertigte Perlen, die man mehrfach in eine Flüssigkeit aus Fischschuppenessenz (Fischsilber) taucht. Die Flüssigkeit verdunstet und hinterlässt auf der Kugel eine irisierende Schicht, die der echten Perle täuschend ähnlich sieht. Eine besonders gute Qualität von unechten Perlen sind die auf Perlmuttkern aufgetragene Schichten. Sie geben durch den, auch bei der Zuchtperle verwendeten Kern, ein Lüster, der in jeder Perle kleine Farbschattierungen hervorruft und dadurch besonders echt aussehen.

MallorcaPerlen

Diese Perlen werden auf Mallorca hergestellt. Es handelt sich dabei um eine besonders hochwertige Perlimitation. Die Perlen werden häufiger als üblich getaucht und mit einem irisierenden Schutzlack versehen. Daher haben sie einen besonders schönen Lüster.

Rundperle 

Bei der Rundperle handelt es sich um eine völlig runde Perle.

Barockperle

Perlen verschiedener Typen. Solche in Tropfenform, Knopfform oder mit fast runder Form werden "halbbarock" genannt, während stark verformte Typen "schwer barock" oder "fischschwanz-barock" heißen. In einer barocken Zuchtperle kann der Raum zwischen dem runden Kern und dem unregelmäßigen, manchmal überragenden Perlschicht hohl sein. Siehe Soufflure (fr) Blase.

Boutonperle

Die Boutonperle ist eine knopfförmige Perle, halbrund.

Lüster

Die Fachbezeichnung für den Glanz der Oberfläche von Perlen nennt man Lüster, eine der wichtigsten Qualitätsmerkmale für Perlen.